"Mehr Gemeinsamkeiten als Unterschiede"

Bianca Winkelmann spricht mit "Fridays for future"-Organisatorinnen

Emma Vienerius (von links), die Landtagsabgeordnete Bianca Winkelmann und Chiara Noch haben in Espelkamp über die
Emma Vienerius (von links), die Landtagsabgeordnete Bianca Winkelmann und Chiara Noch haben in Espelkamp über die "Fridays for future"-Demos gesprochen.
Den 15. März dieses Jahres werden Chiara Noch und Emma Vienerius noch lange in Erinnerung behalten. Rund 250 Jugendliche versammelten sich an diesem Tag auf ihre Einladung hin in der Espelkamper Innenstadt und setzten nach dem Vorbild der Schwedin Greta Thunberg ein Zeichen für mehr Klimaschutz.

Für Außenstehende sind die „Fridays for future“-Demonstranten wahlweise „Helden“ oder „Schulschwänzer“. Von solchen Kategorien hält die Landtagsabgeordnete Bianca Winkelmann (CDU) derweil nicht viel und wollte stattdessen genauer wissen, was die Demonstranten bewegt. Deshalb hat sie sich nun mit den beiden Organisatorinnen aus Espelkamp getroffen. „Miteinander zu reden ist besser als übereinander“, ist die Christdemokratin gerade auch in Hinblick auf die aktuelle Debatte über die Klimademos überzeugt.

"Großer Zuspruch"

Chiara Noch und Emma Vienerius berichteten zuerst von den Anfängen. „Wir haben in den sozialen Netzwerken von der Aktion „Fridays for future“ erfahren“, sagte Emma Vienerius. „Und das passte einfach super zu einer grünen Stadt wie Espelkamp und dem christlichen Profil unserer Schule“, fügte Chiara Noch hinzu.

Als es dann am eigentlichen Tag soweit war, kamen Schüler aus dem ganzen Altkreis Lübbecke nach Espelkamp. „Mit so einem großen Zuspruch hatten wir nicht gerechnet“, sind sich die beiden Organisatorinnen einig. Fürs erste sind keine weiteren Demonstrationen geplant. „Wir werden das Thema nun fächerübergreifend in der Schule behandeln“, so Emma Vienerius. Auch eine Ausstellung der genutzten Plakate halten sie für möglich.

Debatte im Landtag

„Das ist genau der richtige Weg“, freut sich Bianca Winkelmann. Sie berichtete den Schülerinnen in diesem Zusammenhang von der Debatte im Landtag, als es um die Frage ging, ob die Politik das Fernbleiben vom Unterricht legalisieren solle. „Wir können froh sein, dass es in Deutschland ein Recht auf Schule gibt. Und damit verbunden ist für mich auch die Schulpflicht“, so Bianca Winkelmann. Sie hält es da insofern wie NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) und Landesbildungsministerin Yvonne Gebauer (FDP). Beide hatten in der Diskussion die Schulpflicht betont.

Ähnlich sehen das auch die beiden Schülerinnen. „Wir wollen auch zeigen, dass ziviles Engagement seinen Preis hat und fordern deshalb keine Legalisierung“, meinte Emma Vienerius. Bianca Winkelmann nickte da zustimmend: „Ihr widersprecht vor allem auch dem Vorwurf einer unpolitischen Jugend und setzt Euch für eine gute Sache ein“, sagte sie in Richtung der Schülerinnen.

Fortschritte in Klima- und Umweltpolitik

Nichtsdestotrotz sieht die Landespolitikerin in Sachen Umwelt- und Klimapolitik große Fortschritte. „Als ich jung war, haben wir gegen FCKW in Kühlschränken und Spraydosen protestiert, um dem Ozonloch entgegenzuwirken. Heute redet kein Mensch mehr darüber. Das ist ein echter Erfolg.“ Auch hier waren sich die drei Personen einig. Chiara Noch sagte außerdem: „Wir wollen mehr als eine Trendbewegung sein, sondern Umweltschutz in das Bewusstsein der Menschen bringen.“

Als wesentliche Probleme sehen die beiden Schülerinnen im Falle des Mühlenkreises das Höfesterben sowie den schlechten Öffentlichen Personennahverkehr. Sie rannten damit offene Türen bei Bianca Winkelmann ein: „Ich habe großen Respekt vor den beiden jungen Frauen. Sie setzen sich mit großen Engagement und gleichzeitig sehr realistisch für eine gute Sache ein. Mit Freude habe ich erlebt, dass zwischen ihnen und mir insgesamt mehr Gemeinsamkeiten als Unterschiede bestehen.“

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